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Auf dem feuchten Wet Blue sind Hautfehler wie Kratzer, Vernarbungen, oder Parasitenschäden gut zuerkennen.
Qualitativ sind diese Hautpartien genauso gut wie unbeschädigte Hautstellen, -
sie sind natürlich und zeigen, dass es sich um ein Naturprodukt handelt.
Dennoch werden bei der Sortierung die oberflächlich weniger oder mehr beschädigten Häute von einander getrennt und für Produktionen in unterschiedlichen Qualitätsstufen bereitgestellt.
Die große Erfahrung der Wet Blue Sortierer und die genaue Kontrolle der Wet Blue ist ein wichtiger Baustein für die konstante Qualität der Heinen Leder
8. Falzen
Weiche Nappaleder für Kinderschuhe benötigen eine andere Dicke als standige Leder für alpine Bergstiefel.
So wird die Lederdicke beim Falzen eingestellt und nicht benötigte Stärke wird von der Rückseite der Wet Blue maschinell "heruntergehobelt".
Die anfallenden Falzspäne werden vollständig genutzt:
Entweder werden sie zu Lederfaserstoffen weiterverarbeitet oder das in ihnen enthaltene Protein wird für industrielle Zwecke extrahiert.
9. Nachgerbung
Die in der Wet Blue-Sortierung zusammengestellten Kundenaufträge bleiben zusammen bis zur Auslieferung.
So gehen jetzt die gefalzten Leder auch zusammen in die Färberei.
Der nun folgende Prozess der Nachgerbung wird anhand einer Rezeptur in einem Färbefass durchgeführt und setzt sich aus mehreren Teilschritten zusammen:
Neutralisation, Nachgerbung, Färbung und Fettung.
Erst in der Nachgerbung und durch die große Erfahrung des Ledertechnikers erhält das Leder seinen ganz speziellen und kundenspezifischen Charakter.
Zunächst wird in der Neutralisation das Wet Blue auf den für die Zugabe von Farb-, Gerb- und Fettungsmitteln richtigen ph-Wert eingestellt.
Um dem Leder den vom Kunden gewünschten Charakter und bestimmte technische Eigenschaften zuverleihen, werden dem Wet Blue in der Nachgerbung weitere Gerbstoffe zugesetzt.
Sie beeinflussen die Weichheit, den Griff, die Reißwerte, die Elastizität und andere Eigenschaften des Leders.
Im weiteren Verlauf werden Farbstoffe zugegeben, um den gewünschten Farbton auf der Lederoberfläche zu erzielen.
In der erfahrenen Hand des Färbemeisters liegt es, den richtigen Farbton aus einer großen Palette von Farbstoffen zusammen zu mischen.
Die hohen Qualitätsansprüche der Lederfabrik Heinen verlangen zudem, dass der Farbstoff durch den gesamten Querschnitt der Haut wandert, damit auch die Schnittkanten bei der späteren Lederverarbeitung den passenden Farbton aufweisen.
Das im Äscher entfernte Hautfett wird in der Fettung durch ein vom Gerber zu bestimmendes Fett ersetzt.
Durch die Auswahl des Fettes werden die Weichheit, der Griff und bestimmte technische Eigenschaften des Leders beeinflusst.
Bei der Lederfabrik Heinen werden ausschließlich hydrophobierende Fette eingesetzt.
Dies sind Fette die das Leder wasserabweisend machen, und eine Wasseraufnahme des Leders stark reduzieren.
Die Hautfasern werden dabei durch das Fettungsmittel so umhüllt, dass die natürliche
Atmungsaktivität des Leders erhalten bleibt.
Dank einer solchen modernen Hydrophobierung kann Wasser nicht durch das Leder in den Schuh eindringen -
- Wasserdampf, bzw. Fußschweiß, kann hingegen nach außen entweichen.
So erzielt man einen extrem hohen Tragekomfort und hervorragende Fußhygiene.
Bei der Lederfabrik Heinen haben wir kontinuierlich daran gearbeitet, unseren Wasserverbrauch zu senken.
Wo immer es möglich ist, wird Wasser mehrfach eingesetzt und danach wieder aufbereitet.
Fässer der neuesten Generation reduzieren sowohl den Wasser- als auch den Chemikalienverbrauch deutlich – und benötigen außerdem 50 % weniger Energie!
Der gesamte Prozess des Äscherns, Gerbens und Nachgerbens wird ferner durch einen Zentralrechner gesteuert. Prozesse können dadurch leichter kontrolliert und reproduziert werden.
Die benötigten Chemikalien werden automatisch abgewogen und in geschlossenen Systemen kontrolliert den Fässern zugegeben – kein Gramm mehr als erforderlich!
Das erhöht die Arbeitssicherheit und die Arbeitshygiene, reduziert menschliche Fehler auf ein Minimum – und bedeutet vor allem: ein Maximum an Sicherheit für unsere Umwelt!
Um ein Höchstmaß an Qualitätssicherung zu erzielen, wird in unserer Verwiegestation jeder einzelne Bestandteil einer Rezeptur genau erfasst, computerunterstützt abgewogen und sorgfältig zusammengemischt.
Jede hier beigegebene Komponente wird dabei mit einem Identifikations-Code versehen, - wobei unsere Mitarbeiter für die Richtigkeit bürgen.
So gewährleisten wir höchstmögliche Prozessstabilität und Nachverfolgbarkeit.
Am Fass selbst wird vor der Zugabe der Chemikalien noch einmal jede einzelne Komponente der Rezeptur überprüft und gescannt.
Für Ort, Zeit und Richtigkeit sind unsere Mitarbeiter persönlich verantwortlich, -
damit die Rezeptur hundertprozentig zum gewünschten Ergebnis führt.
Die Rezepturführung liegt in der Hand von erfahrenen Ledertechnikern, die Ihr gesamtes Wissen und den Erfahrungsschatz von über Einhundert Jahren Lederfabrik Heinen in die Entwicklung von neuen Ledertypen investieren.
10. Abwelken
Nun werden die Hälften auf Paletten gestapelt und anschließend auf der Abwelkpresse abgewelkt.
Eingelagertes Wasser wird mechanisch teilweise aus den Ledern entfernt.







