Produktion |
Zurichtung |
In der Zurichtung gibt es keinen festen Produktionsablauf.
Je nach Ledertyp und Kundenwunsch wird hier die Lederoberfläche mit mechanischen Vorgängen oder unterschiedlichen Produkten behandelt.
Alle hier eingesetzten Chemikalien werden sorgfältig ausgesucht und umweltbewusst eingesetzt.
Es gelangen ausschließlich wasserbasierte Produkte zum Einsatz – zum Wohle der Umwelt und unserer Mitarbeiter.
Neben der Umweltverträglichkeit spielt bei der Auswahl der Chemikalien auch die Hautverträglichkeit eine Rolle:
Sind uns bestimmte Stoffe bekannt, die zu allergischen Reaktionen führen können, werden diese - soweit technisch möglich - gegen Alternativprodukte ausgetauscht.
Die Kunst des Zurichttechnikers liegt darin, Maschinen und Produktaufträge so in einer Rezeptur zu kombinieren, dass die vom Kunden gewünschte Optik entsteht.
Auch müssen Griff und technische Werte den Kundenanforderungen entsprechen, was großes technisches Wissen, Farb- und Fingerspitzengefühl erfordert.
20. Schleifen
Damit unsere Kunden das Leder besser weiterverarbeiten können, wird das Leder auf der Rückseite mit einem Sandpapier maschinell geschliffen.
So werden ungewünschte längere Hautfasern entfernt, die bei einer späteren Verklebung der Leder die Qualität des Endproduktes negativ beeinflussen könnten.
Schleift man ein Leder auf der Vorderseite, so entsteht „Nubuk“.
Aufgrund der angerauten Oberfläche ist Nubuk besonders robust und strapazierfähig.
Kratzer fallen weniger auf als bei einem Glattleder, weshalb sich Nubuk besonders für den Einsatz im Outdoor Bereich eignet.
21. Trockenspalten
Um die im Laufe der Produktion entstandenen Dickenschwankungen auszugleichen, werden die Leder im Crust trocken gespalten.
Dieser Arbeitsgang erlaubt eine Genauigkeit auf 0,1mm.
In der Schuhherstellung durchgeführte Verklebungen und Sohlenanspritzungen können durch diese hohe Stärkengenauigkeit des Leders zuverlässiger durchgeführt werden.
22. Rückseitenmaschine
Auf der Rückseite der Haut befinden sich auch nach dem Schleifen immer noch kleinere Fasern und Staub.
Diese werden auf der Rückseitenmaschine fixiert.
Die Sauberkeit der Rückseite wird damit erhöht und die Weiterverarbeitungsqualität für unsere Kunden gesteigert.
23. Millen
Im Millfass werden die Leder trocken, also ohne Wasser, gedreht und dadurch weich geschlagen.
Durch das sogenannte Millen wird eine besonders weiche Lederqualität mit einem besonders angenehmen, vollen Griff erzielt.
Zudem erhält das Leder durch den Millvorgang eine sehr natürliche Oberflächenstruktur.
Der wohl bekannteste gemillte Ledertyp ist "Nappa“ - Leder.
24. Spritzmaschine
Mit Hilfe der Spritzmaschine werden verschiedene Produkte wie:
Grundierungen, Bindemittel, Farbstoffe, Lacke oder Griffmittel auf die Lederoberfläche aufgespritzt.
Hier werden zum Beispiel kleine farbliche Korrekturen und Anpassungen an den gewünschten Endton durchgeführt.
25. Rollcoater
Der Rollcoater kann, im Vergleich zur Spritzmaschine, auch größere Mengen von Finishing-Produkten auf die Lederoberfläche auftragen.
Mittels einer beheizten Walze können mit dem Rollcoater auch Wachse, Fette und Öle auf die Lederoberfläche aufgebracht werden.
26. Prägen
Die natürliche Lederoberfläche ist glatt und hat feine Poren.
Aus modischen Gründen wird manchmal aber ein Design oder ein Narbenmuster auf der Lederoberfläche gewünscht.
Dazu wird die Lederoberfläche mit einer strukturierten Metallplatte unter großem Druck und hoher Temperatur geprägt.
Bei der Lederfabrik Heinen können unsere Kunden unter einer Vielzahl von möglichen Prägemustern wählen.
Die Prägung bietet dem Auge nur eine andere optische Oberflächenstruktur -
technisch betrachtet bleibt die Haut unverändert.
27. Effekt-Drucken
Modische Effekte werden mit Hilfe der Effektdruckmaschine auf die Lederoberfläche mit Wasser basierender Farbe gedruckt.
Eine Vielzahl von unterschiedlichen Optiken kann somit erreicht werden.
28. Bügeln
Durch das Bügeln steigert man die Glätte und damit den Glanz der Leder.
Darüber hinaus beeinflusst das Bügeln auch den Griff.
Elegante Leder werden meistens gebügelt, sportliche Leder normalerweise nicht.
29. Messen
Leder werden pro Quadratmeter verkauft.
Jede einzelne Lederhälfte wird am Ende der Produktion elektronisch vermessen.
Das gemessene Maß wird bei jeder Hälfte auf die Rückseite gestempelt.







